Mein kleines Weinbärchen

Bevor ich ein Kind hatte, da habe ich ja bereits auf Kinder aufgepasst, sei es beim Babysitten oder in zwei verschiedenen Kindergärten, in denen ich nebenbei gearbeitet habe. Damals war ich mir schon sehr sicher, dass es eine bestimmte Gruppe von Kindern gibt, mit denen ich schlecht umgehen kann. Was heißt schlecht umgehen, ich mag sie einfach nicht: Die ewig heulenden Kinder. Also die kleinen Persönlichkeiten, die immer gleich losweinen, egal was passiert ist. Weil ihnen ein anderes Kind ein Spielzeug weggenommen hat oder einfach, weil sie ihren Willen nicht bekommen haben. Dieses laute, aufmerksamkeitsheischende Heulen hat mich immer genervt.

An jeden, der jetzt denkt: „Wie kann sie das bloß sagen, es sind doch nur Kinder.“ Herrje, natürlich sind es nur Kinder. Ich weiß auch, dass das entwicklungspsychologisch nur eine Phase sein kann. Ich bin mir darüber bewusst, dass es hochsensible Kinder gibt und auch, dass es einfach sehr sensible Kinder gibt, die sich nur durch Weinen und Klagen ausdrücken können. Aber mal ehrlich, seid ihr schon mal mit so einem Kind längere Zeit Auto gefahren? Ständig dieses Schreien und Heulen im Ohr, nur weil ein anderes Kind kurz gezwickt hat, nachdem es von dem schreieendem Kind geärgert wurde? Das hatte ich heute und das Schlimmste dabei ist:

Mein Kind ist dieses heulende Kind.

Ich liebe das Bärchen über alles. Jede Mutter weiß, wovon ich rede. Aber ich muss dieses große Geständnis ablegen und zugeben, dass ich von diesem Geflenne genervt bin. Das Bärchen ist in dieser Beziehung sehr weich. Wenn sie ein Kind ärgert, was sie doch ganz gerne macht und in ihrem Alter doch normal ist, dann ärgert dieses Kind zurück. Auch ein ganz normales Verhalten. Die meisten Kinder wählen dann Rückzug oder fechten das aus. Kinder wie das Bärchen fangen an zu weinen. Nicht leise, sondern richtig laut und herzerweichend. Brüllend. Mit sehr vielen Tränen und komplett übertrieben.

Ich weiß dann auch ganz genau, dass eigentlich nichts passiert ist, aber das macht es nicht besser. Denn das Bärchen hört nicht einfach auf mit dem Geweine. Es bringt nichts sie in den Arm zu nehmen, zu kuscheln, mit ihr vernünftig zu sprechen oder sie abzulenken. Sie braucht dann ihren Auftritt, meine kleine Drama-Queen. Ignorieren ist dabei wahrlich schwer, denn das Bärchen verfügt über ein großes Lungenvolumen.

Es ist nicht immer so, aber leider viel zu oft. Ich kann nie sagen, wie lange es dauert, bis das Bärchen sich wieder beruhigt. Und dann kann es jederzeit wieder losgehen und einfach nur anstrengen. An sehr weinerischen Tagen bin ich Abends einfach nur kaputt und würde mir wünschen, dass das Bärchen doch einfach nur ein bisschen härter wäre. Aber dann wäre sie nicht meine Tochter und ich glaube immer noch fest daran, dass das Ganze nur eine Phase ist.

So, jetzt ist es raus und ihr dürft mit „Wie kannst du nur“ Kommentaren über mich herfallen.

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