Und wieder kam es anders….

Kennt ihr das, wenn man sich unglaublich auf etwas freut? Wenn man monatelang plant, organisiert und sich verabredet. Fahrgemeinschaften bildet, Babysitter findet und so weiter? Klar kennt ihr das. Und ihr kennt es auch, dass genau in solchen Momenten etwas komplett Unerwartetes passiert und einem einen Strich durch die Rechnung macht. Das es in meinem Fall Holunderbeeren waren, damit kann man nicht rechnen.

Für alle die sich jetzt fragen, was genau ich euch sagen will und was zum Teufel Holunderbeeren damit zu tun haben, jetzt noch mal langsam.

Am vergangenem Samstag fand bei uns ein kleines Festival statt. Freunde von uns haben dies organisiert, Sponsoren gesucht, Bands verpflichtet und so weiter. Jeder hat irgendwas gemacht. Ich hatte mich um die Unbedenklichkeitsbescheinigung der Bands gekümmert, muss ja alles seine Ordnung haben. Seit zwei Monaten wusste ich v0n diesem Festival, zwei Monate habe ich mich drauf gefreut und fleißig Werbung gemacht, denn eines stand fest: Alle unsere Freunde würden da sein, auch die, die wir ewig nicht gesehen haben. Der  perfekte Abend mit guter Musik zum Quatschen, Neuigkeiten austauschen und mal wieder so richtig schick machen. Zwei Stunden stand ich am Freitag im Bad und habe die perfekte Mischung aus rosa und dunkellila auf meine Haare gezaubert.

Am Samstag war ich dann bei meiner Schwägerin und habe auf das Bärchen und meine Nichte aufgepasst, die anderen waren auf einer Beerdigung. Als sie dann wieder kamen, gab es leckere Nudeln mit Tomatensauce, die beiden Mädels spielten ausnahmsweise mal ohne sich nur zu streiten. Alles war super. Bis die Holunderbeeren ins Spiel kamen. Diese wachsen nämlich dort auf dem Hof und die Kinder aßen ein paar. Meine Schwägerin sagte, dass das okay sei. Ich kannte nur Holunderbeerensaft bei Fieber und ging davon aus, dass das schon gut ist, meine Nichte hatte vorher schon mehrmals welche gegessen und das Bärchen naschte auch nur wenig. Zum Glück.

Und jetzt eine ganz wichtige Warnung: Holunderbeeren dürfen nicht ungekocht gegessen werden, da beim Verzehr Blausäure unter bestimmten Umständen freigesetzt werden kann! Also sehr gefährlich, vor allem für Kleinkinder.

Das hätte ich wirklich unglaublich gerne bereits am Samstag gewusst. Tat ich aber leider nicht. Der Nichte ging es super, aber als wir bei meinen Eltern ankamen, wo das Bärchen die nächsten 24 Stunden verbringen sollte, da geschah es. Das Bärchen spuckte in mehreren heftigen Schwällen ihren gesamten Mageninhalt aus.  Zunächst einmal hatte ich totale Panik (im Nachhinein gute Reaktion) aber als das Bärchen direkt nach dem Spucken sich dazu entschied schaukeln zu gehen und Kuchen zu verlangen, war ich mir relativ sicher, dass es ihr gut geht. Trotzdem haben wir sie natürlich wieder mit nach Hause genommen und das Festival abgesagt. Und damit wurde unsere gesamte Wochenendplanung über den Haufen geworfen.

Das Bärchen spielte zuhause dann fröhlich, nahm ein sehr langes Bad und aß ohne Probleme Abendbrot. Heute weiß ich, dass wir wahrscheinlich nur durch das Spucken einer Blausäurevergiftung entgangen sind. (Heute denke ich dementsprechend: Scheiß auf Festival, Hauptsache meiner Tochter geht es gut). Aber Samstag war ich unglaublich traurig. Das Bärchen schlief und der ziemlich kranke Bärchenpapa schlief auch schon seit 17:00 Uhr. Und ich saß draußen alleine mit meinem Buch und fragte mich, was die anderen jetzt wohl machen. Ich denke, jeder kennt solche Situationen.

Am nächsten Tag erfuhr ich dann, wie toll das Festival war, freute mich für die anderen, verbrachte einen schönen Tag mit meiner kleinen Familie, schaffte nichts von dem, was eigentlich auf meiner Liste stand und erfuhr Abends von der Blausäure und warnte meine Schwägerin. Irgendwie war das ganze Wochenende ein Auf und Ab von widersprüchlichen Gefühlen und Gedanken. Schon komisch alles.

Aber es ist mir egal, denn die Hauptsache ist: Meiner Tochter geht es gut und Holunderbeeren wird es bei uns roh nie wieder geben!

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2 Gedanken zu “Und wieder kam es anders….

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