Ein Geständnis: Ich stille, aber nicht immer.

Als das Bärchen noch in meinem Bauch war, hat mich gerade das Thema Stillen fasziniert. Weder in meiner Familie, noch in der des Bärchenpapas gab es da großartige Erfahrungen, keiner konnte seine Kinder stillen. Einige mussten Abpumpen, einige hatten gar keine Milch. Wie sollte das nur bei mir werden? Meine größte Angst war es, nicht stillen zu können, obwohl ich es doch so sehr wollte.
Dann kam die ernüchternde Wahrheit: Aus meiner Traumgeburt im Wasser wurde nichts, Kind zu groß, Becken zu klein, Kaiserschnitt (Ich bin kein großer Fan von Geburtsberichten, daher erspar ich uns allen das Mal). Jetzt wird das mit dem Stillen nix, dachte ich mir und anfangs sah es auch so aus.
Das Bärchen wurde mir nicht gleich nach der Geburt angelegt, erst einige Stunden später. Warum ist mir auch nicht klar, zum Beschweren war ich nicht so in der Lage. Und es floss nichts. Mühsam einige Milliliter, wenn überhaupt. Ich kämpfte mich tapfer ins Stillzimmer und freute mich, wenn das Bärchen 20 Gramm beim Stillen zu sich nahm. Aber ich wurde immer verzweifelter, denn umso älter das Bärchen wurde, umso mehr wollte es. Das konnte ich ihr nicht geben, die Folge waren ein schreiendes, unzufriedenes Kind und eine sich jede Stunde zum Stillen schleppende Mutter. Sie nahm sehr viel ab, unsere Entlassung war gefährdet, meine Nerven komplett runter. Ich weinte und fühlte mich als Versagerin, erst schaff ich es nicht mein Kind natürlich zur Welt zu bringen und jetzt krieg ich es nicht mal versorgt.
In der letzten Nacht im Krankenhaus redete eine Schwester sehr lieb und einfühlsam mit mir. Sie erklärte, dass es nicht meine Schuld sei und wir dem Baby doch jetzt mal eine Flasche machen und geben können, dann geht es dem Bärchen besser und mir auch. Und so war es auch. Zumindestens das Bärchen fand einen ruhigen Schlaf. Am nächsten Tag ging es nach Hause und ich fragte mich, wie das werden würde. Komplett übermüdet befand ich mich nicht in der Lage großartig überlegte Entscheidungen zu treffen, stillte tagsüber das Bärchen und gab ihr die Flasche, wenn ich sah, dass sie danach noch zu großen Hunger hatte. Und was soll ich sagen: Die Flasche wurde immer weniger, die Milch immer mehr.
Die Nachfrage regelt das Angebot, so war es auch bei mir. Nach kurzer Zeit brauchten wir nur noch abends die Flasche mit Prä-Milch. Und das haben wir bis heute beibehalten.
Ich liebe es mein Bärchen zu stillen. Ich genieße die Zweisamkeit und ihren glücklichen Gesichtsausdruck. Es ist ein tolles Gefühl, vor allem da ich, trotz aller Startschwierigkeiten, niemals körperliche Beschwerden beim Stillen hatte, keine wunden Brustwarzen oder ähnliches. Ich finde es aber auch schön, wenn der Bärchenpapa dem Bärchen abends die Flasche gibt. Es gehört zu unserem Abendritual und das weiß das Bärchen ganz genau. Und mir ist es auch egal, was andere dazu sagen. Ich gehe mit dem ganzen Thema sehr locker um, alles andere funktioniert nicht. Auch wenn wir unterwegs sind, gibt es mal eins die Flasche, ich bin kein großer Fan vom öffentlichem Stillen und bei großer Hitze abgepumpte Muttermilch mit sich rum zu schleppen ist auch nicht das Wahre.
Selbstverständlich ist Muttermilch auch meiner Meinung nach das Beste, was man seinem Kind geben kann und man sollte auch möglichst lange stillen. (Hier ist zu beachten, dass jeder selber entscheiden muss, was das bedeutet und ich werde mich nicht in die Nesseln setzen und sagen, wann es zu lange ist.) Aber wie hieß es damals doch so schön: Chill mal. Ein furchtbarer Satz, drückt aber aus, was ich meine: Wir müssen uns entspannen.

Entspannte Mutti= entspanntes Baby.

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